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am 12. Dezember 2017

Neues Bim-Konzept für Simmering: Unklarheiten und Zweifel bleiben

Andreas Fritsch - Die Pläne der Wiener Linien für eine neue Straßenbahnlinie 11 sowie die Änderungen beim 6er und 71er lassen viele Fragen offen. Wir fordern Transparenz und Mitsprache des Bezirks.

Beste Lösung für Kaiserebersdorf?!

Zu der im September von Stadträtin Ulli Sima verkündeten ​​Neuordnung des Bim-Verkehrs​​​​​ in Simmering bleiben weiterhin viele Fragen offen. Die Grünen Simmering haben daher in der Sitzung der Bezirksvertretung am 13.12.2017 einen parteiübergreifenden Antrag unterstützt, die laufenden Planungen auszusetzen, bis alle Unterlagen am Tisch liegen, die Vor- und Nachteile im Detail bekannt sind und die VertreterInnen des Bezirks informiert werden. Denn klar ist: Für Kaiserebersdorf braucht es die beste Lösung, nicht einen intransparenten Schnellschuss, der ungeklärte Auswirkungen hat. Die Simmeringer Fahrgäste wollen nach dem missglückten 6er/71er-Tausch im Jahr 2012​ kein weiteres Mal die Versuchskaninchen der Wiener Linien sein.

Zweifel am Konzept nicht ausgeräumt

Die aktuellen Pläne der Wiener Linien sehen vor, dass die störungsanfällige Linie 6 auf die Strecke Burggasse-Enkplatz verkürzt wird. Im Gegenzug wird die Linie 71 wieder (so wie schon bis Dezember 2012) bis Kaiserebersdorf verkehren. Zusätzlich soll es eine neue Straßenbahnlinie 11 zwischen Enkplatz, Grillgasse und Kaiserebersdorf geben, um den 71er in diesem Abschnitt zu verstärken.

Bis heute wurden aber weder der Öffentlichkeit noch der Bezirksvertretung nähere Pläne vorgestellt. Die Betriebszeiten und Intervalle des neuen 11ers sind unbekannt – droht damit ein Schicksal wie jenes der einstigen Verstärkerlinie 72, die nur „bei Bedarf“ fuhr und nach einigen Monaten still und heimlich eingestellt wurde?

Die Glaubwürdigkeit der Wiener Linien und von Ulli Sima ist beschädigt: Zuerst hieß es monatelang, dass der 6er "eine der am besten funktionierenden Linien Wiens​" ist ohne Änderungsbedarf. Vor der Nationalratswahl 2017 war dann alles anders und die neue Lösung wurde aus dem Hut gezaubert. Schon 2015 wurde von der SPÖ vor der Gemeinderatswahl die Verlängerung des 71ers (zusätzlich zur Linie 6) nach Kaiserebersdorf angekündigt. Nach der Wahl war davon keine Rede mehr, und heute soll ein anderes Konzept (Linie 11) die beste Lösung sein. Viele Simmeringer*innen fragen sich ​daher zu Recht, wie ernsthaft und durchdacht die Pläne wirklich sind.

Jede Änderung im Bim-Verkehr muss das Ziel haben, eine zuverlässige und leistungsfähige Verbindung zwischen Simmering (U3) und Kaiserebersdorf zu schaffen. Dafür gibt es verschiedene Ideen, die umfassend geprüft werden sollten: Die jetzt vorgestellte Einführung des 11ers ist möglicherweise eine Option. Für die Grünen Simmering ist eine umfassende Transparenz der Entscheidungen dringend notwendig – kein Bezirk würde sich eine solche Vorgangsweise bieten lassen.