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am 11. Februar

Linie 6: Neue Schleife bei der Geiereckstraße

Andreas Fritsch - Der dritte Versuch der Wiener Linien, eine neue Endstelle für den 6er zu finden und das geplante Bim-Konzept mit dem neuen 11er für Kaiserebersdorf umzusetzen.

Die beste Lösung?

Anfang Februar präsentierten die Wiener Linien einen neuen Plan​ für die zukünftige Wendeschleife der Linie 6 in der Simmeringer Geiereckstraße unterhalb der A23. Dies ist mittlerweile der dritte Versuch, für den 6er eine geeignete Umkehrmöglichkeit zu finden. Auch wenn wieder einmal behauptet wird, dass dies die „beste und sinnvollste“ Lösung wäre, war Gleichlautendes auch schon zuvor zu vernehmen.

Drei Varianten für die 6er-Endstation

An dieser Stelle ein kurzer Rückblick: Obwohl der 6er von den Wiener Linien als "eine der am besten funktionierenden Linien Wiens"​ bezeichnet wurde, prescht die SPÖ infolge der nicht abreißenden Betriebsprobleme​ im September 2017 (kurz vor der Nationalratswahl) mit der Einführung einer neuen Linie 11 vor, die schon ab Mitte 2018 zwischen Kaiserebersdorf und Enkplatz verkehren sollte. Allerdings war dieser Plan wenig durchdacht​ und nicht mit dem Bezirk abgestimmt. Das Wenden von zwei Linien (6 und 11) beim Enkplatz hätte größere Umbauten erforderlich gemacht und den Platzmangel an der Kreuzung Simmeringer Hauptstraße/Grillgasse weiter verschärft. Im Mai 2018 kommt dann ​​die Wende​​​: Die neue Linie 11 soll von Kaiserebersdorf zum Reumannplatz und von dort weiter auf der Strecke der Linie 67 bis zum Otto-Probst-Platz verkehren, der 6er dafür im Kreta-Viertel bei den Siemensgründen umdrehen. Dieser Plan wurde von den Wiener Linien als fix kommuniziert, nur hatten diese ihre Hausaufgaben offensichtlich nicht gemacht: Die an sich sinnvolle Erschließung des Kreta-Viertels scheiterte in drei verschiedenen Varianten an Wasserleitungen, Bäumen, Parkplätzen und (von der lokalen FP unterstützten) Anrainerprotesten​.

Linien 11 und 71 für Kaiserebersdorf

Nunmehr musste kurzfristig die dritte Lösung für die 6er-Schleife ersonnen werden, um die geplante Neuordnung des Straßenbahnverkehrs in Simmering und Favoriten bis September 2019 durchführen zu können, welche wie folgt aussieht:

  • Linie 11: Verkehrt von Kaiserebersdorf über Enkplatz-Geiselbergstraße-Quellenstraße zum Reumannplatz und übernimmt ab dort die Strecke der Linie 67 über die Laxenburger Straße und Neilreichgasse bis zum Otto-Probst-Platz.
  • Linie 71: Wird von der derzeitigen Endstation Zentralfriedhof 3. Tor bis nach Kaiserebersdorf Zinnergasse verlängert.
  • Linie 6: Verkehrt ab Reumannplatz über die Quellen- und Gudrunstraße bis zur Geiereckstraße. Die bisherige Route über die Geiselbergstraße zum Enkplatz und weiter nach Kaiserebersdorf wird in Zukunft von der Linie 11 bedient.

Gesamtkonzept für Öffi-Ausbau nötig

Auch wenn die Schleife bei der Geiereckstraße, mit deren Errichtung schon im April begonnen werden soll, kurzfristig als die einzige Möglichkeit erscheint, die Verbesserungen für Kaiserebersdorf zu ermöglichen, bleiben doch ein bitterer Beigeschmack beim Vorgehen der Wiener Linien: Anstatt bei Veränderungen ein langfristiges Konzept zu verfolgen, eine transparente Planung durchzuführen und insbesondere den Bezirk und die Fahrgäste (z.B. Fahrgastbeirat) von Anfang an einzubeziehen, scheinen Entscheidungen aus anderen Gründen als betrieblichen Notwendigkeiten zu fallen. Gerade in den rasch wachsenden Flächenbezirken ist der Ausbau der Öffis und hier insbesondere der Bim dringend notwendig, aber selbst ​bereits paktierte Projekte​​ geraten immer wieder ins Stocken. Für die leidgeprüften Fahrgäste der Linie 6 am Leberberg und in Kaiserebersdorf bleibt zu hoffen, dass nun wenigstens eine deutliche Verbesserung mit regelmäßigen Intervallen erreicht wird.