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am 3. August

Linie 6 – Der aktuelle Stand

Andreas Fritsch - Die umgesetzte Verbesserungen der letzten Jahren sind nicht ausreichend, viele Fahrgäste nach wie vor unzufrieden.

Der Betrieb und die Pünktlichkeit der Straßenbahnlinie 6 sind seit der Neuordnung im Jahr 2012​ ein Dauerbrenner. Nicht zuletzt sorgt ein Schlagabtausch zwischen FP (Bezirksvorsteher) und SP (Stadträtin Ulli Sima, zuständig für Wiener Linien) für mediale Aufregung, ändert aber die Situation nicht zum Besseren.

Weitere Verbesserungen in Planung

Die Grünen Simmering haben in letzter Zeit mehrere Anfragen in der Bezirksvertretung zur Situation am 6er und 71er eingebracht, deren Ergebnisse wir zusammen mit anderen neuen Entwicklungen hier vorstellen möchten:

Grundsätzlich stellt die Linie 6 mit einem Intervall von 3-4 Minuten in der Hauptverkehrszeit und einem Anteil von ca. 60% Niederflurfahrzeugen in der Theorie ein gutes Angebot dar. Gleichzeitig ist sie mit 14,6 km die längste Straßenbahnlinie Wiens und damit extrem störungsanfällig (Falschparker, Abbieger, Staus, Unfälle etc. – siehe Fotos). Tatsächlich haben die Wiener Linien in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Beschleunigung durchgeführt (Änderung der Personalablöse, Ampelschaltungen, Anpassung der Fahrzeit). Alle wesentlichen Ampelanlagen im 11. Bezirk mit Ausnahme der Kreuzungen Leberstraße, Grillgasse und Simmeringer Platz können durch die Straßenbahn beeinflusst werden, siehe auch die Antwort auf unsere Anfrage​.

Neue Planungen im 10. Bezirk sollten sich mittelfristig ebenfalls positiv auf die Stabilität des 6ers auswirken: Zunächst wird die Linie 67​ bis 2019 vom Reumannplatz bis zum Ende der Quellenstraße im Kretaviertel (kurz vor der A23) verlängert werden und damit den 6er in diesem Bereich entlasten. Weiters wird der D-Wagen​ 2019 bis zur Kreuzung Gudrunstraße/Absberggasse verlängert. Die dort errichtete Umkehrschleife wird auch vom 6er im Fall von Störungen in beiden Richtungen befahrbar sein und die baufällige Schleife am Gräßlplatz ersetzen. Die Unterführung Gudrunstraße​ wird zur Zeit ausgebaut, die Straßenbahn wird in beiden Richtungen eigene Gleise getrennt vom Kfz-Verkehr erhalten. Kurzfristig regen die Wiener Linien die Entfernung eines Linksabbiegestreifens von der Gudrunstraße Richtung Arsenalstraße (Fahrtrichtung stadtauswärts) an, da abbiegende Kfz die Tram behindern. Die Verkehrskommission der Bezirksvertretung wird diesem Anliegen nach dem Sommer hoffentlich zustimmen.

Alternativen gesucht

Die politisch wieder ins Spiel gebrachte Verlängerung des 71ers nach Kaiserebersdorf ist zwar naheliegend, aber nicht unbedingt die Lösung aller Probleme. Die Intervalle der Linie 71 sind deutlich länger und auch viel weniger Niederflurfahrzeuge im Einsatz als am 6er. Alternativ wäre eine Verstärkerlinie zwischen Grillgasse und Kaiserebersdorf möglich. Diese müsste aber die Intervalllücken des 6ers im Störungsfall effizient schließen können. Für die Bewohner*innen entlang der Geiselbergstraße bringen beide Varianten allerdings keine Verbesserung – sie sind weiterhin auf den 6er angewiesen. Eines ist jedenfalls klar: Trotz aller Anstrengungen der Wiener Linien zählt am Ende nur das Ergebnis: Regelmäßige Intervalle und zufriedene Fahrgäste.

Die Grünen Simmering fordern einmal mehr, dass die derzeit von Fahrgästen immer wieder aufgezeigten Mängel von unabhängiger Seite geprüft werden, ebenso wie die Behauptung der Wiener Linien, dass der 6er einer der „am besten funktionierenden Linien in Wien“ sei mit einer Pünktlichkeit von 94%.​

Abbieger behindern die Linie 6 an der Kreuzung Geiselbergstraße/Leberstraße
Ein Falschparker behindert den 6er beim Polkorabplatz