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am 3. Juli

FAQ zur Park­raum­be­wirt­schaf­tung Simmering

Andreas Fritsch - beantwortet Fragen rund um das Thema Parkpickerl.

Was ist das Parkpickerl genau?


​In vielen Bezirken Wiens sind flächendeckende Kurzparkzonen eingerichtet. In diesen Zonen ist das Parken zu festgesetzten Zeiten kostenpflichtig. Mit dem Parkpickerl kann man im eigenen Bezirk in der flächendeckenden Kurzparkzone parken, solange man will. Simmering hat in der Bürger_innenbefragung im Herbst 2017 mit 62,2% für die Einführung des Parkpickerls in der Zone A gestimmt.


Wann startet das Parkpickerl in Simmering?


Am 5. November 2018 wird die Parkraumbewirtschaftung in der Zone A starten. Bereits ab September 2018 kann beim Magistratischen Bezirksamt das Parkpickerl beantragt werden.


Wo ist die Zone A genau?


Die Zone A umfasst den gesamten Nordwesten Simmerings bis zur Marchegger Ostbahn plus einen Teil östlich der Bahn bis zur Florian-Hedorfer-Straße. Im Detail wird die Grenze wie folgt definiert, siehe auch die Karte der MA 46​:

  • Im Osten und Norden entlang der Bezirksgrenze zum 3. Bezirk
  • Im Westen ab Erdbergstraße ONr. 234 entlang dem Straßenverlauf Guglgasse - Otto-Herschmann-Gasse - Eyzinggasse - Nussbaumallee - Haidestraße - Lautenschlägergasse - Lindenbauergasse - Holzergasse - Unter der Kirche - Lindenbauergasse - Florian-Hedorfer-Straße - Simmeringer Hauptstraße - Gattergasse - Am Kanal - Hasenleitengasse - Schemmerlstraße bis ONr. 64 und in Richtung Südosten bis Bezirksgrenze zum 10. Bezirk (Ostbahn)
  • Im Südosten ab Gadnergasse ONr. 63 Richtung stadteinwärts entlang der Bezirksgrenze zum 10. Bezirk

Zu beachten ist, dass die Straßen an der Grenze in ihrer vollen Breite erfasst sind, d.h. die Grenze verläuft nicht in der Straßenmitte, sondern am Rand. Ausnahmen befinden sich nur an der Grenze zum 3. Bezirk (Döblerhofstraße, Paragonstraße, Erdbergstraße) und zum 10. Bezirk (Schlechtastraße), wo die Zonengrenze in der Straßenmitte verläuft. Überlappungszonen sind dort nicht vorgesehen.


Wer bekommt ein Parkpickerl?


Jeder, der in Simmering seinen Hauptwohnsitz hat, wird das Parkpickerl beantragen können, unabhängig davon, ob man innerhalb oder außerhalb der Parkpickerl-Zone wohnt.


Was kostet das Parkpickerl?


Das Parkpickerl kostet 90 Euro für 1 Jahr oder 180 Euro für 2 Jahre zuzüglich 50 Euro an Abgaben. Zusammen also 230 Euro für 2 Jahre, das sind weniger als 10 Euro pro Monat. Bei elektronischer Antragstellung (Handy-Signatur oder Bürgerkarte) verringern sich die Abgaben auf 39,30 Euro.


Wann gilt das Parkpickerl?


Das Parkpickerl wird in Simmering so wie in allen anderen Außenbezirken von Montag bis Freitag (werktags) von 9 bis 19 Uhr gelten.


Wo kann ich das Parkpickerl beantragen?


Das Parkpickerl kann ab September 2018 beim Magistratischen Bezirksamt oder im Internet (Handy-Signatur oder Bürgerkarte) beantragt werden. Nähere Infos zum Antrag finden sich auf der Website der Stadt Wien.


Wie sieht die Regelung für die Simmeringer Hauptstraße aus?


In Geschäftsstraßen dürfen Autofahrer_innen auch mit einem Parkpickerl nicht für längere Zeit parken. Mit Parkpickerl dürfen sie so wie bisher 1,5 Stunden kostenlos parken, wenn sie eine Parkscheibe sichtbar einlegen. Eine derartige Regelung wird auch für die Straßenzüge Enkplatz 1-3 und 6-7 sowie für die Fuhrygasse ONr. 2 und gegenüber ONr. 2 überprüft.


Wird es Überlappungszonen zu anderen Bezirken geben?


Überlappungszonen sind derzeit nicht vorgesehen.


Wird es an der Grenze zum 3. Bezirk Straßen geben, wo auf einer Seite (11. Bezirk) die Parkraumbewirtschaftung gilt und auf der anderen Seite (3. Bezirk) nicht (z.B. Paragonstraße)?


Der 3. Bezirk hat bereits beschlossen, seine Parkpickerlzone auch auf die bisher nicht erfassten Bereiche im Erdberger Mais (Franzosengraben, Modecenterstraße…) auszudehnen. Es werden daher hier keine Lücken entstehen.


Ich komme erst nach 19 Uhr von der Arbeit heim, da bringt mir das Parkpickerl gar nichts. Warum kann es nicht länger (bis 22 Uhr) gelten?


Die Wirkung des Parkpickerls strahlt auch außerhalb der Gültigkeit aus, weil z.B. Wochenpendler erst gar nicht mehr kommen. Grundsätzlich gelten für Simmering die gleichen Zeiten wie in allen anderen Außenbezirken (Mo-Fr 9-19 Uhr), was auch Gastronomiebetrieben entgegenkommt. Falls es aber sachlich gerechtfertigt ist, kann der Bezirk später auch eine Ausdehnung bis 22 Uhr beantragen. Die Kosten für das Parkpickerl richten sich übrigens nach der Gültigkeit: In den Innenbezirken (9-22 Uhr) kostet das Parkpickerl jährlich um 30 Euro mehr als in den Außenbezirken (9-19 Uhr).


Die meisten Autos gehören Anrainer_innen, was bringt das Parkpickerl da?


Vorher-nachher-Untersuchungen in den Bezirken 12 und 14-17 haben gezeigt, dass die durchschnittliche Stellplatzauslastung abends von 88% auf 79% sinkt. Es stimmt allerdings, dass der KFZ-Bestand in Simmering zwischen 2004 und 2014 mit 9,5% deutlich stärker gewachsen ist als im Wiener Durchschnitt (4,3%). Deshalb geht es nicht nur um mehr Parkplätze, sondern auch um alternative Mobilität, um die (oft nicht selbstgewählte) Abhängigkeit vom Auto zu reduzieren. Mehr Platz auf der Straße ermöglicht schnellere Straßenbahnen und Busse sowie attraktivere Wege zu Fuß oder mit dem Rad. Nicht zuletzt wird mit den Einnahmen aus dem Parkpickerl der Ausbau des öffentlichen Verkehrs gefördert.


Bekomme ich auch dann ein Parkpickerl, wenn ich einen Garagenplatz habe?


Man kann ein Parkpickerl haben und eine Garage – früher haben sich Parkpickerl und Garagenplätze ausgeschlossen, mittlerweile wurde es geändert.


Was machen Betriebe (z.B. Handwerker_innen), die auf das Auto angewiesen sind?


Gewerbetreibende können eine Ausnahmebewilligung erhalten.

Bekomme ich für mein Firmenauto ein Parkpickerl?


Wer privat ein Firmenauto nutzt, kann ebenfalls ein Parkpickerl dafür beantragen. Voraussetzung ist, dass ein Sachbezug für die Einkommenssteuer vorliegt.


Was passiert mit den Einnahmen aus der Parkraumbewirtchaftung?


Die Netto-Einnahmen der Parkraumbewirtschaftung (also abzüglich Verwaltungs- und Überwachungskosten) sind zur Gänze zweckgewidmet und fließen in die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, der Verkehrssicherheit, Park-and-Ride-Anlagen, neue Garagen und die Förderung des Radverkehrs.

Warum ist es nicht möglich das Parkpickerl für Simmeringer_innen kostenlos zu  machen?


Wäre das Parkpickerl kostenlos, müssten alle Steuerzahler_innen (auch diejenigen, die kein Auto nutzen) für die Kosten der Verwaltung, Organisation und Kontrolle aufkommen. Die Netto-Einnahmen aus dem Parkpickerl sind außerdem zweckgewidmet und sollen insbesondere Alternativen fördern, um die Abhängigkeit vom Auto zu reduzieren.

Was sollen Besucher_innen machen, die ganztags parken wollen?


Für Besucher_innen von außerhalb des Bezirks gilt ebenfalls die Kurzparkzone. Spezielle Zeitkarten für Besucher_innen würden die Wirkung der Parkraumbewirtschaftung aufheben. Es gibt in Simmering 2400 Stellplätze in Parkgaragen (z.B. Gasometer, Enkplatz, Simmeringer Platz), wo man sein Auto schon ab 5 Euro pro Tag abstellen kann. An Wochenenden und Feiertagen gilt die Kurzparkzone ohnehin nicht.

Gibt es eine Möglichkeit als Gartenbesitzer_in ein Parkpickerl zu bekommen?


Kleingartenbesitzer können ein Saisonpickerl beantragen, welches in der Gartensaison von März bis Oktober gültig ist.

Ich pendle nach Simmering zu Zeiten, wo keine Öffis fahren.

Angestellte oder Selbständige, die am Anfang (bis 5.30 Uhr) oder Ende (ab 24 Uhr) der Dienstzeit kein öffentliches Verkehrsmittel benützen können, können eine Ausnahmebewilligung erhalten.


Jeder Bezirk hat eine extra Regelung  bezüglich Geltungsdauer, niemand kennt sich  mehr aus.

Es gibt 3 Zeitzonen: die inneren Bezirke (9 bis 22 Uhr), äußere Bezirke (9 bis 19 Uhr) und eine Sonderzone um die Stadthalle, in der es auch am Wochenende gilt. Das sind nur 3 Zeitzonen.


Warum gibt es keine einheitliche Parkpickerl-Regelung für ganz Wien?


Im März 2013 fand eine Volksbefragung statt, wo genau diese Frage gestellt wurde. Damals sprachen sich 63,5% der Teilnehmer_innen für Lösungen für einzelne Bezirke aus. In Simmering war die Zustimmung mit 76,3% sogar noch höher.


Gibt es eine Lösung für Menschen, die mehr als ein Auto haben?

Es gibt nur ein Parkpickerl pro Person. Sinn ist, dass es mehr Platz auf der Straße gibt, damit alle ihr Auto abstellen können.


Pendler_innen innerhalb des Bezirks werden ihre Autos nahe der U3 parken und dort Anrainer_innen Parkplätze wegnehmen.


Rückmeldungen aus anderen Bezirken zeigen, dass der Parkplatzdruck erheblich gesunken ist. Im 11. Bezirk ist auch Binnenverkehr zu erwarten, es wird aber im Gesamten eine Verringerung geben. Falls die prognostizierte Verringerung nicht auftritt, können Anrainer_innen-Parkplätze geschaffen werden.

Was bedeutet Anrainer_innen-Parken?

In besonders stark belasteten Gebieten können maximal 20% der Stellplätze nur für Autos mit Parkpickerl des jeweiligen Bezirks reserviert werden. Das Anrainer_innen-Parken gilt rund um die Uhr, Kurzparkscheine gelten nicht.


Wird es Anrainer_innen-Parkplätze geben?

Im Allgemeinen wird zuerst die Parkraumbewirtschaftung eingeführt und dann wird evaluiert und nach Zählungen entschieden, ob Anrainer_innen-Parkplätze nötig sind.


Warum wird nicht Anrainer_innen-Parken ohne Parkpickerl eingeführt?


Das Hauptproblem in einigen Gebieten Simmerings sind Tages- und Wochenpendler, die ihr Auto gratis abstellen können. Das Parkpickerl zielt direkt darauf ab: kein Dauerparken mehr für Autos von außerhalb des Bezirks. Das reduziert die Anzahl der abgestellten Autos signifikant. Bei Anrainer_innenparken dürfen auf einem Teil der Parkplätze (bis zu 20%) nur Autos aus dem Bezirk abgestellt werden. Ohne vorhergehende Einführung des Parkpickerls hat das allerdings nur einen geringen Effekt: Pendler und zunehmend auch Touristen dürfen auf den verbleibenden 80% der Parkplätze weiter gratis stehen. Die Autos werden nicht weniger und die Parkplätze nicht mehr.


Warum kann man nicht einfach das Parkpickerl nur in den besonders überparkten Grätzln rund um die U-Bahn-Stationen einführen?


Diese sogenannten Insellösungen haben zwei wesentliche Nachteile: Zunächst wird die Anwendung sehr kompliziert, weil man sich genau die Grenzen merken muss. Genau diese Komplexität wurde von den Gegnern der Parkraumbewirtschaftung immer kritisiert. Zweiter Nachteil ist, dass durch die Verdrängung Pendler einfach zwei Straßen weiter parken und sich das Problem nur verschiebt. Im schlimmsten Fall muss die Insel alle paar Monate vergrößert werden (mit entsprechenden Kosten für die Beschilderung), bis man am Ende wieder bei einer großen Zone ist.


Warum braucht Simmering das Parkpickerl?


Die Einführung des Parkpickerls in Favoriten hat Simmering unter Zugzwang gesetzt, wenn es nicht der Parkplatz Wiens werden will. Folgende Gründe sprechen für die Einführung:

  • Mehr Platz, mehr Lebensqualität durch Reduktion des Autoverkehrs
  • Mehr freie Parkplätze für Bewohner_innen
  • Weniger Parkplatzsuchverkehr, weniger Feinstaub, Stickoxide und Lärm
  • Weniger Autoverkehr aus dem Umland nach Wien – weniger Stau
  • Weniger Behinderungen durch Falschparker_innen, Verkehrssicherheit steigt
  • Kund_innen und Lieferant_innen finden leichter einen Parkplatz
  • Platz in der Stadt ist knappes Gut und soll besser genutzt werden (breitere Gehsteige, Schanigärten, Grünflächen)


Warum ist Parken in Wien so teuer?


Parken ist in Wien vergleichsweise günstig. Eine Stunde Parken kostet 2,10 Euro. In der Innenstadt von London beispielsweise kostet eine Stunde Parken auf der Straße umgerechnet 5,40 Euro, in Amsterdam 5 Euro, in Stockholm 4,60 Euro und in Berlin 3 Euro.


Warum brauchen wir überhaupt ein Parkpickerl, früher hat es doch auch ohne funktioniert?


Zwischen 1971 und 2011 ist die Einpendlerquote von 69 % auf 84 % gestiegen (MA 23, Statistik Journal 2/2016). In absoluten Zahlen sind es innerhalb von 40 Jahren um ca. 240.000 Personen mehr, die aus einem anderen Gemeindebezirk oder Bundesland einpendeln. Laut der Kordon-Erhebung aus dem Jahr 2010 benutzen gut 80% dabei das Auto, und nur 20% kommen mit den Öffis. Gleichzeitig ist auch der KFZ-Bestand der in Wien ansässigen Bevölkerung gewachsen und wächst in vielen Bezirken immer noch, so z.B. in Simmering zwischen 2002 und 2015 um gut 10%. Der Platz auf den Straßen der Stadt ist allerdings nicht beliebig vermehrbar: Die steigende Pkw-Zahl führt zu Problemen bei der Parkplatzsuche für Anrainer_innen und schränkt den Raum für andere Verkehrsteilnehmer_innen ein. Aus diesem Grund wurde in Wien ab 1993 die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in vielen Bezirken eingeführt.

Warum müssen Autofahrer_innen nochmals für das Parken zahlen, obwohl diese doch mehr als genug Steuern und Abgaben leisten?

Der Autoverkehr deckt seine Kosten nicht vollständig selbst, vielmehr müssen diese von der Allgemeinheit getragen werden. Die externen Kosten des Autoverkehrs in der EU (also unter Einbeziehung von Folgekosten durch Unfälle, Luftverschmutzung, Lärm, Klimawandel etc.) belaufen sich für das Jahr 2008 auf 373 Mrd. Euro, so eine Studie der TU Dresden.


Warum werden in Wien keine neuen Park & Ride Anlagen gebaut?


In Wien gibt es derzeit 10 Park & Ride Anlagen mit einer Kapazität von ca. 9500 Stellplätzen, die meist sehr gut ausgelastet sind. Nach Wien pendeln täglich jedoch fast 200.000 Personen aus anderen Bundesländern und aus dem nahen Ausland zur Arbeit oder zur Ausbildung, hinzu kommen pro Tag rund 330.000 Personen, die für private Erledigungen, zum Einkaufen oder für geschäftliche Zwecke kommen. Da nur ein kleiner Teil (21%) mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, ist es extrem schwierig für sämtliche Pendler_innen Park & Ride Plätze bereitzustellen. Dies wäre sehr kostenintensiv und auch der dafür notwendige Platz ist nicht vorhanden. Grundstücke sind in Wien um ein Vielfaches teurer als in Niederösterreich. Deshalb, aber vor allem auch zur Verkehrsvermeidung, ist es das Ziel, dass Pendler_innen am nächstgelegenen Bahnhof umsteigen, anstatt bis zur Stadtgrenze zu fahren. 

In Niederösterreich gibt es mehr als 36.000 PKW-Stellplätze und rund 23.000 Zweirad- Stellplätze in Park & Ride Anlagen. Das Ziel für das Jahr 2025 sind insgesamt 50.000 PKW-Plätze und 30.000 Zweirad-Plätze. Die Stadt Wien beteiligt sich am Ausbauprogramm mit einem Viertel der Baukosten. Das Land Niederösterreich muss jedoch auch sein öffentliches Verkehrsnetz weiter ausbauen.

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