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am 15. April

Bus 79A/79B wird in die Dreherstraße verlängert

Andreas Fritsch - Nach dem Aus für den 71A kommt ab Jänner 2020 eine neue Lösung in diesem Abschnitt. Wir meinen: Für die Öffis muss mehr getan werden, und dies nicht nur wenn Wahlen anstehen!

79A und 79B fahren ab 2020 in die Dreherstraße

Im Jänner 2018 wurde ein neues und sehr sinnvolles Buskonzept​ für Kaiser Ebersdorf umgesetzt, wodurch die bisherige Linie 71A in zwei Linien 71A (nach Schwechat) und 71B (mit Anbindung an die S7 Station Kaiserebersdorf) aufgespalten wurde. Im Zuge der neuen Linienführung wurde der Abschnitt Dreherstraße-Hoefftgasse nicht mehr bedient.

Ab Jänner 2020 sollen nunmehr die Buslinien 79A und 79B diesen Abschnitt übernehmen, indem diese statt am Münnichplatz zu enden eine Schleifenfahrt über die Dreherstraße und Hoefftgasse machen.

Mehr Öffis für Kaiser Ebersdorf nötig

Jede echte Verbesserung bei den Öffis in Simmering ist ein Gewinn, aber wir finden: Da geht noch viel mehr! Wien erlebt zur Zeit das stärkste Wachstum seit 1945 und auch in Simmering wird an allen Ecken und Enden gebaut. Um Kaiser Ebersdorf besser anzubinden, solange eine Verlängerung der U3 nicht in Sicht ist, braucht es ein Gesamtkonzept:

  • Viertelstundentakt auf der S7
  • Kurzfristig Intervallverdichtung am 71A auf 10 statt 15 Minuten so wie vor 2018
  • Mittelfristig Verlängerung der Straßenbahn bis nach Schwechat
  • Anrufsammeltaxis in den Abend- und Nachtstunden, um bequem und sicher bis vor die Haustür zu kommen
  • Weitere Verbesserungen im Busnetz, z.B. Richtung 2. Bezirk

Die Grünen Simmering haben letztes Jahr in der Bezirksvertretung gefordert, eine Verkehrsstudie für Kaiser Ebersdorf durchzuführen, um langfristig die knappen Geldmittel effizient einsetzen zu können. Leider wurde dies von FPÖ und ÖVP abgelehnt.

Öffi-Verbesserungen nur vor Wahlen?

Ein seltsamer Beigeschmack bleibt bei der Ankündigung der Bus-Verlängerung jedoch: Nach der Einstellung des Busverkehrs in der Dreherstraße gab es Anrainerproteste und der Bezirk versuchte, einen alternative Lösung zu finden: Verkehrsstadträtin Ulli Sima schrieb am 17.10.2017, dass das Fahrgastaufkommen in der Dreherstraße zu gering sei für einen weiteren Betrieb. Gleichlautendes war von den Wiener Linien zu hören, auch eine Verlängerung des 79A/79B (also die jetzige Lösung) wurde als unwirtschaftlich ausgeschlossen. Am 12.2.2018 war eine Delegation des Bezirks bei Ulli Sima und übergab über 500 Unterschriften. Die Argumente der Wiener Linien blieben dieselben und weiterhin fuhr kein Bus.

Die jetzige Kehrtwende der Wiener Linien, welche die SPÖ Simmering für sich reklamiert, erinnert an den 11er: Im September 2017 (kurz vor der Nationalratswahl) wurde die Straßenbahnlinie 11 aus dem Hut gezaubert​ als Ersatz für den störungsanfälligen 6er – und dies, obwohl die Wiener Linien zuvor stets Probleme am 6er in Abrede gestellt hatten. Nun also kommt rechtzeitig vor der Wien-Wahl die Verlängerung des 79A – die Glaubwürdigkeit der Wiener Linien ist einmal mehr stark beschädigt.​

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