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am 30. August

Bim: Neue Linie 11 in Simmering, 71er kehrt nach Kaiserebersdorf zurück

Andreas Fritsch - Zum Schulbeginn am 2.9.2019 kommt es zur größten Änderung im Simmeringer Bim-Netz seit 2012.

Alle Änderungen im Überblick

Folgende Änderungen treten mit 2.9.2019 in Kraft, siehe auch Grafik der Wiener Linien:

  • Linie 11: Verkehrt von Kaiserebersdorf über Simmering U3-Enkplatz-Geiselbergstraße-Quellenstraße zum Reumannplatz und übernimmt ab dort die Strecke der Linie 67 über die Laxenburger Straße und Neilreichgasse bis zum Otto-Probst-Platz.
  • Linie 71: Wird von der derzeitigen Endstation Zentralfriedhof 3. Tor bis nach Kaiserebersdorf Zinnergasse verlängert.
  • Linie 6: Verkehrt nunmehr von Burggasse-Stadthalle über Reumannplatz und Quellenstraße bis zur Geiereckstraße. Die bisherige Route über die Geiselbergstraße zum Enkplatz und weiter nach Kaiserebersdorf wird in Zukunft von der Linie 11 bedient.

Auch wenn die neue Linie 11 kaum kürzer ist als die alte Linie 6, die längste Straßenbahnlinie Wiens, sein wird, bleibt doch zu hoffen, dass durch das Auslassen konfliktreicher Stellen (Gürtel,
Quellenstraße) ein zuverlässigerer Betrieb möglich sein wird.

Vor- und Nachteile im neuen Fahrplan

Wir haben uns die neuen Fahrpläne und die Auswirkungen für die Simmeringer Öffi-Nutzer*innen vorab angesehen:

Im Abschnitt zwischen Kaiserebersdorf und Simmering U3 bzw. Enkplatz verkehren die Linie 11 und 71 gemeinsam, was mehr Angebot bringt: Gab es bisher beim 6er zwischen 7 und 8 Uhr 18 Züge, so sind es in Zukunft (Linie 11+71 gemeinsam) 23 Züge. In umgekehrter Richtung gab es bisher zwischen 17 und 18 Uhr 15 Züge am 6er, in Zukunft werden es sogar 21 Züge sein. Positiv ist auch, dass es spätabends statt des 15-Minuten-Intervalls nun ein 7,5-Minuten-Intervall gibt, was einen Bim-Anschluss nach Kaiserebersdorf für jede U3 bedeutet. Insgesamt ist der Fahrplan also vorteilhaft, sofern er auch
eingehalten wird.

Etwas anders sieht es entlang der Geiselbergstraße zwischen Enkplatz und Geiereckstraße aus: Hier verkehrt ab September nur mehr die Linie 11 statt der Linie 6. Das Intervall wird leicht ausgedehnt: Statt 3-4 Minuten bisher verkehrt die Bim nun alle 4-6 Minuten, was insgesamt aber immer noch ein gutes Angebot ist. Wer von der Geiselbergstraße weiter als zum Reumannplatz (z.B. Matzleinsdorfer Platz, Gürtel) möchte, muss in Zukunft einmal vom 11er zum 6er umsteigen. Insgesamt bringt der neue Fahrplan also leichte Nachteile in diesem Abschnitt.

Eine Änderung mit Hindernissen

Die nun durchgeführte Änderung hatte eine langwierige und bizarre Vorgeschichte: Obwohl der 6er von den Wiener Linien als "eine der am besten funktionierenden Linien Wiens" bezeichnet wurde, präsentierte die SPÖ infolge der nicht abreißenden Betriebsprobleme im September 2017 (kurz vor der Nationalratswahl) die neue Linie 11. Erst im dritten Anlauf konnte ein Standort für die notwendige 6er
Schleife bei der Geiereckstraße gefunden werden, welche seit April unter hohem Zeitdruck unterhalb der A23 gebaut wurde. Der Bezirk war in die Pläne leider nicht vorab eingebunden, was bei der Mehrheit der Fraktionen in der Bezirksvertretung verständlicherweise Unmut auslöste.

Aus unserer Sicht wäre die beste und günstigste Lösung gewesen, den 6er zuverlässig mit regelmäßigen Intervallen laut Fahrplan zu betreiben. Dies gelang den Wiener Linien in den vergangenen sieben Jahren trotz mehrfacher Anstrengungen nicht. Auf Grund der Länge der Linie 6 und auch durch hinhaltenden Widerstand der Bezirke bei der Beschleunigung (Parkplätze!) ist die Einführung der Linie 11 zusammen mit der 71er Verlängerung nach Kaiserebersdorf ein hoffentlich tauglicher Versuch, die Öffis im Osten Simmerings deutlich zu verbessern.

Noch ein Wort zu den oftmals kritisierten Kosten für den Bau der Schleife: Ja, der Öffi-Ausbau kostet Geld. Im Vergleich zu den Kosten von 1,9 Milliarden Euro für den Lobautunnel oder mindestens 2 Milliarden Euro für die U2/U5 sind die vergleichsweise winzigen Beträge für die Bewohner*innen Kaiserebersdorfs gut investiert – vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass der Öffi-Ausbau in den Außenbezirken sonst nicht gerade üppig dotiert ist.

Vorerst nichts wird es übrigens mit der ebenfalls für September angekündigten Umstiegsmöglichkeit zur Linie D bei der Gudrunstraße: Die Verlängerung des D-Wagens ins Sonnwendviertel wurde auf Dezember verschoben.


Nachlese zur Linie 6:

11.02.2019:
Linie 6: Neue Schleife bei der Geiereckstraße

01.06.2018:
Für dich erreicht: 6er beschleunigt

07.05.2018:
Neues Bim-Konzept für Simmering ab Sommer 2019

12.12.2017:
Neues Bim-Konzept für Simmering: Unklarheiten und Zweifel bleiben

12.09.2017:
Linie 71 soll nach Kaiserebersdorf fahren

03.08.2017:
Linie 6 – Der aktuelle Stand

26.02.2017:
Leberberg: Straßenbahn muss besser werden