Bezirke
Navigation:
am 7. Mai

Neues Bim-Konzept für Simmering ab Sommer 2019

Andreas Fritsch - Die neue Straßenbahnlinie 11 wird nach Kaiserebersdorf fahren, der 71er ebenso dorthin verlängert.

Zwei Linien für Kaiserebersdorf

Ab Sommer 2019 kommt es zu schon länger angekündigten Neuordnung des Straßenbahnverkehrs in Simmering. Es wird eine neue Linie 11 eingeführt, die von Kaiserebersdorf über Enkplatz bis nach Favoriten fahren wird und einen Teil der bisherigen 6er-Strecke übernimmt. Gleichzeitig wird auch der 71er verlängert und nach Kaiserebersdorf zurückkehren, sodass dort künftig zwei Linien enden.

Ursprüngliche Lösung wenig durchdacht

Ein kurzer Rückblick: Infolge der nicht abreißenden Betriebsprobleme​ auf der Linie 6 verkündete die SPÖ im September 2017 (kurz vor der Nationalratswahl) überraschend die Einführung einer neuen Linie 11, die schon ab Mitte 2018 zwischen Kaiserebersdorf und Enkplatz verkehren sollte. Allerdings war dieser Plan wenig durchdacht und nicht mit dem Bezirk abgestimmt. Das Wenden von zwei Linien (6 und 11) beim Enkplatz hätte größere Umbauten erforderlich gemacht und den Platzmangel an der Kreuzung Simmeringer Hauptstraße/Grillgasse weiter verschärft. Zudem hätte sich für alle Passagiere aus Richtung Favoriten der Zwang zum Umsteigen bei der Weiterfahrt Richtung Kaiser Ebersdorf ergeben. Aus diesen Gründen hatte die Bezirksvertretung im Dezember 2017 mit den Stimmen aller Fraktionen außer der SPÖ die zuständige Stadträtin Sima aufgefordert, die Pläne zu überdenken.

Linie 11 ersetzt den 6er in Simmering

Im Detail sieht die nun gefundene Lösung so aus:

  • Linie 11: Verkehrt von Kaiserebersdorf über Enkplatz-Geiselbergstraße-Quellenstraße zum Reumannplatz und übernimmt ab dort die Strecke der Linie 67 über die Laxenburger Straße und Neilreichgasse bis zum Otto-Probst-Platz.
  • Linie 71: Wird von der derzeitigen Endstation Zentralfriedhof 3. Tor bis nach Kaiserebersdorf Zinnergasse verlängert. Die Schleife dort wurde bereits im Frühjahr 2018 ausgebaut, um Platz für zwei Linien zu bieten.
  • Linie 6: Verkehrt ab Reumannplatz über die Quellenstraße bis zur Absberggasse und dort in Zukunft über eine ca. 600 m lange neue Trasse bis zu den Siemensgründen (Kreta-Viertel). Die bisherige Route über die Gudrun- und Geiselbergstraße zum Enkplatz und weiter nach Kaiserebersdorf wird in Zukunft von der Linie 11 bedient.
  • Linie 67: Nach der Einstellung des Astes zum Kurzentrum Oberlaa anlässlich der U1-Verlängerung im September 2017 wird nun der verbleibende Ast zur Otto-Probst-Siedlung von der Linie 11 übernommen. Die Linie 67 wird aufgelassen.

Da im Sommer 2019 die Neubaustrecke zu den Siemensgründen wahrscheinlich noch nicht zu Verfügung steht, wird die Linie 6 wohl vorerst die neue Schleife der Linie D an der Kreuzung Absberggasse/Gudrunstraße mitbenutzen.

Verbesserungen für Simmering

Für Simmering ergibt die Lösung einige Vorteile: Es werden zwei Linien nach Kaiser Ebersdorf geführt, was die Betriebsqualität verbessern sollte. Eine Direktverbindung von Kaiser Ebersdorf nach Favoriten bleibt erhalten, was beim ursprünglichen Vorschlag nicht der Fall war. Außerdem profitieren die Fahrgäste entlang der Geiselbergstraße vom 11er, welcher den störungsanfälligen 6er dort ersetzen wird.

Abzuwarten bleibt aber, wie sich die recht häufigen Verspätungen am 71er (Ring, Rennweg) auf den Betrieb auswirken werden. Auch die Überlagerung der Linien 11 (voraussichtlich alle 4-5 Min. in der Hauptverkehrszeit so wie derzeit Linie 67) und 71 (zur Zeit alle 5-7 Minuten) könnte Probleme verursachen und zu Staus führen. Klar ist, dass eine Änderung der Linien allein nicht reichen wird zur Behebung der gegenwärtigen Situation. Flankierende Maßnahmen zur Beschleunigung wie Beeinflussung von Ampeln oder ein durchgehend eigener Gleiskörper am Rennweg sind für einen stabilen Betrieb notwendig.