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am 22. Jänner

Partei der Naziversteher*innen

Wolfgang Kauders - Ein Antrag für eine Resolution gegen die Glorifizierung von Nationalsozialisten und Huldigung von so genannten „NS-Kriegshelden“, gestellt von der SPÖ Simmering. Klar und deutlich. Mit umfangreicher Begründung, damit es alle verstehen. Niemandem würde einfallen, sich gegen eine solche Feststellung zu wenden, die den antifaschistischen Grundkonsens der Zweiten Republik abbildet. Niemand?

Da sei die FPÖ vor!​ (Antrag siehe Ende des Artikels)

Damit nichts herausrutscht

Statt sich ein wenig ob der bisherigen Teilnahmen von Simmeringer FP-Bezirksrät*innen an dieser Nazikriegsverherrlichungsveranstaltung zu schämen und der Resolution reuig zuzustimmen, schickte die FPÖ Simmering ihre stellvertretende Bezirksvorsteherin Krammer ans Rednerpult.

Frau Krammer bekannte eingangs freimütig, dass sie die Rede vom Blatt ablese, weil sie Angst habe, irgendwas falsch zu formulieren. Eine kluge Vorsichtsmaßnahme. Denn in freier Rede ist zu vielen FPÖlern zu viel schon entschlüpft. Und dann gibt es wieder einen lästigen Einzelfall. Nicht so bei Frau Krammer, die im übrigen auch Stellvertreterin des in rechtsextremen Kreisen wohlbekannten Bezirksparteiobmanns​ der FPÖ Simmering, Harald Stefan, ist.

Frau Krammer also las vom Blatt:

  1. Es sei fraglich, ob Nowotny überhaupt bei der NSDAP gewesen sei (er war: NSDAP-Mitgliedsnr: 6.382.781. Danke an Stefan Tögel für die Info!)​
  2. In der Hitlerjugend, welcher Nowotny noch in der Illegalität vor 1938 beigetreten war, hätte er jedenfalls keine hohe Funktion gehabt.
  3. Und hätte er den Krieg überlebt, wäre er womöglich noch ein aufrechter Demokrat geworden.
  4. Außerdem messe die SPÖ mit zweierlei Maß: es folgt eine lange Liste von Namen zumeist schon lange verstorbenen Sozialdemokraten mit braunen Flecken. Alles längst bekannt und von der SPÖ - unter Einsatz einer unabhängigen Historiker*innenkommission - selbst aufgearbeitet.

FPÖ immer nazifrei oder nur Zeitersparnis?

Auf die Aufzählung von Namen der maßgeblichen FPÖler bzw. VdUler, welche in der fraglichen Zeit Nazis bzw. Neonazis gewesen sind, verzichtete Frau Krammer allerdings. Aus gutem Grund. Denn der Vortrag hätte vermutlich bis Mitternacht gedauert.

Mehrheit für Resolution des antifaschistischen Konsenses

Durch diese Aussparung der seit dem Bestehen in der FPÖ heimischen tausenden und abertausenden Nazis und Neonazis konnte noch am Abend über die Resolution abgestimmt werden. Alle Parteien stimmten für die Resolution. Die Partei des Relativierens der NS-Zeit blieb alleine mit ihrem Verständnis für Nazis. Das soll auch so bleiben.

¡No Pasarán!