S80 Wien: Ausfälle, Verspätungen, Kapazitäts-Probleme

Wegen der Sperre der Stammstreck gilt seit 7. September 2026 ein neuer Fahrplan.

Die Performance ist durchwachsen:

  • In Richtung Aspern Nord werden häufig Verspätungen von bis zu 40 Min. eingeschleppt von der Südbahn.
  • Die Wendezeit in Aspern Nord von gut 20 Min. reicht nicht immer aus, in der Folge sind auch Züge der Gegenrichtung verspätet.
  • Einfach- statt Doppelgarnituren wegen „mangelnder Fahrzeugverfügbarkeit“
  • (Teil)Ausfälle von Zügen
  • REX8 Wien-Bratislava ebenfalls mit häufigen Verspätungen
  • Abfahrten Wien Hbf ➡️ Simmering ➡️ Stadlau ➡️ Aspern Nord und retour für die Fahrgäste derzeit schwer kalkulierbar, Anschlüsse werden versäumt, der Weg zur Arbeit verlängert sich deutlich.

Die Grünen Simmering haben sich bei den ÖBB erkundigt:

Stellungnahme ÖBB zusammengefasst

  • Verspätungen:  S80 über Meidling hinaus mit der Südstrecke durchgebunden, was auf Pünktlichkeit ausstrahlt.
  • Zusätzlich außergewöhnliche Ereignisse, z.B. Bauarbeiten bei Wiener Neustadt, zwischen Meidling und Matzleinsdorf, Fahrbahnschaden [sic] mit Langsamfahrstelle zwischen Liesing und Atzgersdorf, Fahrzeugstörungen sowie einzelne Infrastrukturereignisse wie Stellwerksstörungen.
  • Erwartung: Abläufe weiter stabilisiert mit zunehmender Betriebsdauer
  • REX8-Züge Wien-Bratislava durchgehend im Sandwich-Betrieb mit Lokomotiven an beiden Zugenden geführt ➡️ reduzierte Wendezeiten und verbesserte Betriebsqualität. Verspätungen überwiegend durch infrastrukturelle und betriebliche Einflüsse.

Stellungnahme ÖBB (gesamt)

Vorweg möchten wir unser Bedauern zu den beobachteten Verspätungen und Ausfällen übermitteln. Uns ist bewusst, dass unsere Fahrgäste auf zuverlässige Leistungen angewiesen sind. Wir bitten für die Einschränkungen um Entschuldigung.

Für uns besteht der klare Auftrag darin, das stammstreckenbedingte Ersatzkonzept so umzusetzen, wie es geplant und von den Bestellern beauftragt wurde. Daher werden konzernintern mit höchster Priorität alle verfügbaren Hebel in Bewegung gesetzt und sämtliche erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um die Betriebsstabilität weiter zu erhöhen und das Fahrplanangebot so, wie es vorgesehen ist, auch tatsächlich verlässlich erbringen zu können.

Mit der Sperre der Wiener Stammstrecke wurde mit 7. September 2026 ein völlig neues Betriebskonzept für den Großraum Wien umgesetzt. Der Ersatzfahrplan wurde eingeführt, um während der Bauarbeiten einen möglichst stabilen Betrieb sicherzustellen. Die Vielzahl zusätzlicher Störungsereignisse in den vergangenen Wochen haben diesen Stabilisierungseffekt jedoch teilweise überlagert.

Darüber hinaus bedeutet die Implementierung eines derart umfassenden neuen Konzeptes einen tiefgreifenden Eingriff in die bisherige Betriebsführung. Gerade in der Startphase bringt dies naturgemäß zusätzlichen Abstimmungs- und Optimierungsbedarf mit sich. Gleichzeitig wurden im Rahmen des Ersatzfahrplans neue Südost-Verbindungen geschaffen, die es in dieser Form bisher nicht gegeben hat. Beispielsweise verkehren Züge der S 80 von Aspern Nord über Wien Meidling weiter als S 3 bis Wiener Neustadt Hauptbahnhof. Ebenso werden unter anderem Verbindungen der Linien REX 7 und S 2 sowie des REX 1 neu geführt beziehungsweise umgeleitet.

Warum kommt es zu Verspätungen auf der S 80?

  • Die S 80 ist im aktuellen Ersatzkonzept über Wien Meidling hinaus mit der Südstrecke durchgebunden. Dadurch wirkt sich die Pünktlichkeit beider Strecken unmittelbar aufeinander aus.
  • Zusätzlich beeinflussten mehrere außergewöhnliche Ereignisse den Betrieb, darunter Bauarbeiten bei Wiener Neustadt sowie zwischen Meidling und Matzleinsdorf, ein Fahrbahnschaden mit Langsamfahrstelle zwischen Liesing und Atzgersdorf, Fahrzeugstörungen sowie einzelne Infrastrukturereignisse wie Stellwerksstörungen. Auch die Auswirkungen einer Signalüberfahrung bzw. Entgleisung im Bereich Wien Autoreisezug spielen beispielhaft eine Rolle.
  • Besonders der Bereich Matzleinsdorf stellt derzeit einen betrieblichen Engpass dar. Aufgrund der Stammstreckensperre kommt es hier zu einem erhöhten Umleitungsverkehr, wodurch sich bestehende Verspätungen zusätzlich verstärken können.
  • Die in einzelnen Fällen beobachteten größeren Verspätungen von bis zu rund 40 Minuten in Richtung Aspern Nord stehen überwiegend im Zusammenhang mit diesen konkreten Störungsereignissen. Sie beschränken sich jedoch nicht ausschließlich auf diese Fahrtrichtung.

Welche Fahrzeuge kommen auf der S 80 zum Einsatz?

Auf der S 80 kommt derzeit ein Mischbetrieb verschiedener Fahrzeugtypen zum Einsatz. Verwendet werden insbesondere:

  • Cityjet Doppelstockzüge der Baureihen 4734
  • Cityjet-Triebzüge der Baureihe 4746
  • Talent-Triebzüge der Baureihe 4124
  • Doppelstock-Garnituren der älteren Generation.

Bei der S 80 ist somit nicht ausschließlich der Einsatz neuer Cityjet Doppelstockzüge vorgesehen.

Gibt es Probleme mit der Verfügbarkeit der Cityjet Doppelstockzüge?

Aktuell zeigen die Cityjet Doppelstockzüge eine stabile Performance. Die zuletzt aufgetretenen Betriebsprobleme stehen daher nicht in einem generellen Zusammenhang mit der Verfügbarkeit oder Zuverlässigkeit dieser Fahrzeugflotte.

Welche Maßnahmen werden für mehr Fahrplanstabilität ergriffen?

ÖBB arbeitet laufend an der Optimierung des neuen Betriebskonzepts. Dabei werden sowohl betriebliche Abläufe als auch Fahrzeug- und Personaldisposition laufend analysiert und angepasst. Ziel ist es, die Stabilität des Gesamtsystems schrittweise weiter zu erhöhen und die Auswirkungen von Störungen möglichst gering zu halten.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass mit zunehmender Betriebsdauer die Abläufe im neuen Netzkonzept weiter stabilisiert werden können und die derzeit noch bestehenden Anlauf- und Abstimmungsherausforderungen sukzessive reduziert werden.

Werden die REX 8-Züge im Sandwich-Betrieb geführt?

Ja. Die REX8-Züge werden derzeit durchgehend im Sandwich-Betrieb mit Lokomotiven an beiden Zugenden geführt. Dadurch können die Wendezeiten reduziert und die Betriebsqualität verbessert werden. Die derzeitigen Verspätungen sind daher überwiegend auf infrastrukturelle und betriebliche Einflüsse im Gesamtnetz zurückzuführen und nicht auf die Fahrzeugkonfiguration des REX 8.