Gasometervorfeld 2.0

Bricolage City
Im Gasometervorfeld kündigen sich baldige Veränderungen an: Gebäude werden abgebrochen, Grundstücke geräumt, teilweise wurde am ehemaligen Bahndamm gerodet.
Herzstück des neuen Stadtentwicklungsgebiets „Bricolage City“ wird die 51.000 m2 große Parkanlage sein. Die Umsetzung des Parks erfolgt in mehreren Bauphasen. Die erste Ausbaustufe, die rund 28.000 m2 umfasst, soll 2026 starten.
Daneben wird in den nächsten Jahren ein Wohn-, Gewerbe und Büroquartier entstehen. Der Wohnanteil wird 35-50% über alle Baufelder betragen, davon mindestens 50% geförderter Wohnbau.



Quartier Döblerhofstrasse
Baufeld 2a betrifft das ehemalige Nordsee-Gebäude an der Ecke Döblerhofstraße/Modecenterstraße.
Nebenan liegt Baufeld 2b, wo sich vormals der KFZ-Ersatzteilhändler Birner befand.
Baufeld 2c ist an der Ecke Döberlhofstraße/Medwedweg gelegen. Dort wird derzeit ein 2. Aufgang für die U3-Station Gasometer errichtet.


Baufeld 1: Der bis zu 120 m hohe Turm (Büros, Hotel) wurde aus der Flächenwidmung ausgeschieden und kommt vorerst nicht. Eine spätere Realisierung ist allerdings nicht ausgeschlossen.
Baufeld 2a-2c: Büro, Gewerbe, Hotel und Wohnen verdichtet um mehrere Innenhöfe und bis zu 35 m hoch kennzeichnen dieses neue Quartier.
Baufeld 4: 3 Punkthäuser für Wohnen, Höhe max. 35 m
Auch am Medwedweg Nr. 5 wird es einen Entwicklung geben. Hier folgt noch ein eigener Beitrag.Als Referenz: Die Gasometer haben bei den Kuppeln eine Höhe von 65 m.



Es sind vier unterschiedlich programmierte, begrünte Höfe vorgesehen, die sich in Charakteristik und Ausgestaltung unterscheiden und an die umgebende EG-Nutzung anpassen. Die Leitmotive lauten „Corporate Courtyard“, „Werkstatthof“, „Wohnoase“ und „Piazza Metropole“. Alle sind öffentlich zugänglich und werden mit zumindest einem breitkronigen Baum nach dem Schwammstadtprinzip bepflanzt. Alle Höfe sind durch „Kapillaren“ (Durchgänge) miteinander verbunden. Teilweise sollen auch Spielplätze in den Höfen untergebracht werden, was natürlich wieder Fragen wegen Lärm aufwerfen wird.

Turm oder kein Turm?
Vorerst nicht kommen wird der schon im 3. Bezirk gelegene 120 m hohe Turm gegenüber der Gasometer (Baufeld 1). Der „Turm mit dem Hüftknick“ (Architektur MVRDV) wurde 2015 von der Bank Austria Immobilien vorgestellt, später ging das Projekt an die mittlerweile insolvente Signa, heute gehört das Grundstück einer Nachfolgegesellschaft. Dem Vernehmen nach war der Bauträger im Zuge der Flächenwidmung unkooperativ und somit wurde die Widmung zurückgestellt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Widmung doch noch erfolgt.


Transformation
Ein Schlaglicht auf weitere Grundstücke, die viele vom Spazierengehen kennen, und welche in Zukunft Teil des neuen Parks sein werden.







Der Park in Etappen
Der neue Park wird in Etappen realisiert, weil noch nicht alle Grundstücke zu Verfügung stehen. 2026 soll mit dem ersten Abschnitt entlang des Panoramawegs (vormals Trasse der Schlachthausbahn) begonnen werden, welcher sich ca. 80 m östlich des Medwedwegs bis zur ehemaligen Eisenbahnkreuzung Hallergasse erstreckt.




2. Aufgang U3 Gasometer
Eine wichtige Maßnahme zur besseren Erschließung des Gebiets wird zur Zeit am Medwedweg realisiert: Die U3-Station Gasometer erhält südseitig für jeden Bahnsteig einen zusätzlichen Aufgang mit Stiegen und Aufzügen, welche Mitte 2027 in Betrieb gehen werden. Damit verkürzen sich für die Bewohner:innen des zukünftigen Quartiers die Zugangswege und auch die bestehenden Wohn- und Bürohäuser am Medwedweg profitieren davon.


Wohnquartier Gasometer Süd
Unmittelbar südlich der Gasometer A+B werden 3 Punkthäuser mit einer Höhe von bis zu 35 m errichtet. Die Höhe orientiert sich am östlich gelegenen Wohnpark „Ville Verdi“. Es ist ausschließlich Wohnen und ein Kindergarten vorgesehen, wobei 50% für geförderten Wohnbau reserviert sind (aus Sicht der Grünen Simmering ein zu geringer Anteil). Zwischen den beiden Baufeldern 4a und 4b führt die Parkstraße hindurch, welche nur von Bussen und Einsatzfahrzeugen befahren werden soll.
Welcher Bauträger hier zum Zug kommt, ist noch unklar. Die Grundstücke befinden sich im Eigentum der Stadt Wien und der Wiener Linien und werden vermutlich im Zuge eines Bauträgerwettbewerbs vergeben.




Medwedweg 5
Das Grundstück Medwedweg 5 gelangte erst kürzlich über eine Verlassenschaft in den Besitz der Stadt Wien. Die Widmung lässt einen 35 m langen Riegelbau direkt am Medwedweg im Anschluss an das Studentenheim „Base 11“ zu, wobei hier nur Gewerbe und Geschäfte gestattet sind, aber keine Wohnungen. Etwas abgerückt sind zwei Wohnhäuser möglich. Genaue Planungen liegen bis jetzt noch nicht vor. Es ist unklar, ob die Stadt Wien die Liegenschaft selbst entwickeln oder an einen Bauträger weiterverkaufen wird.
Ein Antrag der Grünen Simmering in der Bezirksvertretung auf Errichtung von Gemeindewohnungen im Gasometervorfeld, z.B. am Medwedweg 5, wurde einstimmig angenommen. Laut Informationen der SPÖ Simmering sollen auch tatsächlich Gemeindewohnungen realisiert werden, was ein wichtiges Zeichen für leistbares Wohnen in Simmering wäre.




EBG Wohnbau Hallergasse 18
Relativ weit fortgeschritten sind die Planungen beim Wohnbau in der Hallergasse 18. Direkt gegenüber vom 11er Garten und in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Park Hallergasse soll ein Eckriegel der Bauklasse IV (insgesamt 8 Geschoße) mit bis zu 2/3 geförderten Wohnungen entstehen. Bauträger für die ca. 80 Wohnungen ist die Gemeinnützige Ein- und Mehrfamilienhäuser Baugenossenschaft EBG.
Auf Grund seiner dominanten Höhe wird der Wohnbau eine harte Kante zum Park und 11er Garten bilden, was Die Grünen Simmering im Zuge der Flächenwidmung kritisch hinterfragt haben.
Das unmittelbar südlich gelegene Kunstdepot (errichtet in den 1990er Jahren) bleibt vorerst erhalten, die neue Flächenwidmung sieht aber auch hier eine Blockrandbebauung für Wohnzwecke in der Bauklasse III vor.




EBG Wohnbau Eyzinggasse 15-21
In der Eyzinggasse 15-21 plant die Genossenschaft EBG die Errichtung einer Wohnhausanlage mit 214 Wohnungen und 6 Gewerbeeinheiten, davon 2/3 gefördert. EIne Blockrandbebauung an der Eyzinggasse und am Panoramaweg in den Bauklassen III und IV (bis zu 8 Geschoße) wird durch 2 Punkthäuser der Bauklasse II ergänzt.



Modecenterstraße 15
Was passiert eigentlich bei der „ewigen Baustelle“ Modecenterstraße 15?
Das Areal hätte ursprünglich Teil des Quartiers Döblerhof werden sollen. Doch der Eigentümer entschied sich innerhalb der bestehenden, alten Flächenwidmung für einen Büroneubau. Seit 2022 wird bereits an dem Gebäude mit 6 oberirdischen Geschossen und 2 Tiefgeschossen gebaut. Ein Wechsel des Baufirma und Umplanungen sorgten für Verzögerungen. Aktueller Fertigstellungstermin ist das 3. Quartal 2026.
